T1 – Digitales Zeitalter und Digitale Transformation¶
Überblick und Lernziele¶
Nach dieser Lektion können Sie die Rolle der Wirtschaftsinformatik erklären; das digitale Zeitalter historisch einordnen; technologische Treiber und Gesetzmäßigkeiten benennen; gesellschaftliche Folgen beurteilen; Digitalisierung und digitale Transformation unterscheiden und Managementmodelle anwenden.
Orientierung: Wirtschaftsinformatik → digitales Zeitalter → vier technologische Treiber mit KI als Querschnittstreiber → Mensch und Gesellschaft → Transformation von Organisation und Wertschöpfung.
1. Wirtschaftsinformatik und Informationssysteme¶
Wirtschaftsinformatik (WI) untersucht die Entwicklung, Einführung, Wartung und Weiterentwicklung von Informationssystemen in Wirtschaft, Verwaltung und privaten Haushalten (Folien 3–4). Sie verbindet BWL, Informatik sowie technische und verhaltenswissenschaftliche Perspektiven. Sie ist mehr als deren Schnittmenge: Beispielsweise stimmt sie Unternehmensstrategie und Informationsverarbeitung aufeinander ab.
| Perspektive | Zentrale Ressource im Kurs |
|---|---|
| Ökonomie: BWL/VWL | Kapital |
| Verhaltenswissenschaften: Soziologie, Psychologie, Organisation | Mensch |
| Wirtschaftsinformatik | Information |
Daten, Anwendungs- und Informationssystem¶
- Daten sind im Verständnis von Folie 15 noch nicht aufbereitete Angaben über Ereignisse im Unternehmen oder seinem Umfeld.
- Informationen sind Daten, die in einer für Menschen bedeutungsvollen und nützlichen Form vorliegen. Die bloße digitale Speicherung macht Daten noch nicht zu nützlicher Information.
- Anwendungssystem: IT-Infrastruktur, Anwendungssoftware und Daten, die zur Erfüllung betrieblicher Aufgaben und Prozesse benötigt werden (Folie 5).
- Informationssystem: umfasst das Anwendungssystem und zusätzlich Organisation, Management und insbesondere die Nutzer. Es ist ein auf den Einsatzkontext zugeschnittenes sozio-technisches System aus menschlichen und maschinellen Komponenten.
Beispiel aus Folie 15: Einzelne Kassendaten zu Artikeln und Preisen werden aufbereitet zu verkaufter Stückzahl und Umsatz eines Artikels in einer bestimmten Filiale. Erst dieser Zusammenhang macht die Daten für eine Entscheidung nutzbar.
Die Grafik auf Folie 5 zeigt Wechselwirkungen zwischen Daten, Software, IT-Infrastruktur und betrieblichen Aufgaben/Prozessen; Organisation und Management bilden den umfassenderen Rahmen. Für einen wirksamen Einsatz sind deshalb Organisation, Management und Technik gemeinsam zu betrachten.
Selbstverständnis der WI im digitalen Zeitalter (Folie 6)¶
Verstehen: Vom Menschen ausgehend werden Infrastruktur, Informationssysteme, Daten, Geschäftsmodelle, Markt und Gesellschaft betrachtet. Gestalten: Innovation, Planung, Entwicklung und Betrieb greifen um die Organisation ineinander. Diese Verbindung erweitert die Perspektive zur Wirtschaftsinformatik 3.0. Sie umfasst damit die Gestaltung digitaler Innovationen und nicht nur den Betrieb bestehender IT.
Merke: Ein Informationssystem ist nicht gleichbedeutend mit einer Softwarelösung.
2. Entstehung des digitalen Zeitalters¶
Digitales Zeitalter (Folien 8–9): Im Kurs beginnt es mit dem sechsten Kondratieff-Zyklus etwa am Übergang zum 21. Jahrhundert. Die Informations- und Kommunikationstechnologien des zweiten Maschinenzeitalters bzw. der Globalisierung 3.0 werden als seine Universaltechnologien eingeordnet. Dies ist die historische Einordnung des Vorlesungsmodells.
- Kondratieff-Zyklen: langfristige wirtschaftliche Entwicklungswellen, verbunden mit Basisinnovationen; das digitale Zeitalter wird im Kurs im Zusammenhang mit dem sechsten Kondratieff-Zyklus diskutiert. Kondratieff im Überblick (Folie 8):
| Zyklus | Basisinnovation |
|---|---|
| 1. | Dampfmaschine, Textilindustrie |
| 2. | Eisenbahn, Stahl |
| 3. | Elektrotechnik, Chemie |
| 4. | Automobil, Petrochemie |
| 5. | Informationstechnik |
| 6. | Daten/Informationen sowie Gesundheit und Biotechnologie |
| 7. | In der Grafik noch offen („?“) |
- Erstes Maschinenzeitalter: Maschinen übernehmen vor allem körperliche Arbeit (Muskelkraft).
- Zweites Maschinenzeitalter: Computer und KI unterstützen bzw. übernehmen zunehmend auch geistige Arbeit.
- World Wide Web (Folie 10): Die historische Webseite illustriert den Zugriff auf miteinander verknüpfte Dokumente über Hypertext. Sie ist ein Beispiel für digitale Informationsvernetzung.
Zeitliche Einordnung der Grafik (Folie 8): Die Übergänge sind ungefähr mit 1780, 1830–1850, 1880–1900, 1930–1940, 1950–1980 und 2000–2005 beschriftet; um 2050 bleibt eine nächste Welle offen. Das zweite Maschinenzeitalter beginnt in der Darstellung früher als der sechste Zyklus. Maschinenzeitalter, Globalisierungsphasen und Kondratieff-Zyklen sind daher keine identischen Einteilungen.
Folienbezug: Evolutionsstufen nach Lemke/Brenner, Folie 11. Die vierte Stufe ist ausdrücklich als offen markiert.
Vier Entwicklungsphasen der Digitalisierung¶
| Zeitraum (ca.) | Schwerpunkt |
|---|---|
| 1990–2000 | Entstehung und Verbreitung des digitalen Zeitalters; Ende der Dotcom-Blase |
| 2000–ca. 2015 | Allgemeine Akzeptanz und alltägliche mobile Nutzung; Online-Nutzung breitet sich stark aus |
| 2015–ca. 2030 | Allgemeine Reifung und Internet der Dinge; Werte- und Normenwandel |
| Ab ca. 2030 (offen) | Vollkommene Verschmelzung realer und digitaler vernetzter Welt als Zukunftsszenario |
Die Zeitangaben und Übergänge sind Orientierungswerte, keine trennscharfen Grenzen.
3. Technologische Gesetzmäßigkeiten und Innovation¶
| Gesetz / Prinzip | Kernaussage | Bedeutung |
|---|---|---|
| Moore's Law | Leistungsfähigkeit der Mikroprozessoren verdoppelt sich laut Kursfaustregel alle 18 Monate bei gleichbleibenden Preisen. | Mehr Rechenleistung bei sinkenden relativen Kosten. |
| Gilder's Law | Datenübertragungsrate verdoppelt sich laut Kursfaustregel alle 6 Monate bei gleichbleibender netzwerktechnologischer Basis. | Schnellere, umfangreichere Vernetzung. |
| Metcalfe's Law | Der Wert eines Netzes wächst näherungsweise mit dem Quadrat der Anzahl seiner Teilnehmer: W ∝ n². | Netzwerkeffekte; Plattformen gewinnen mit zusätzlichen Nutzern an Attraktivität. |
| Technology Push | Neue technologische Möglichkeiten können Innovationen und neue Anwendungen anstoßen. | Technologie verändert Märkte und Geschäftsmodelle. |
Folie 12: W bezeichnet den Netzwerkwert, n die Zahl der verbundenen Nutzer. Die drei Gesetze sind vereinfachte Tendenzen, keine zeitlos exakten Prognosen.
Eigene Verständnisrechnung zur Kursfaustregel: Verdoppelt sich n, ergibt sich W(2n)/W(n) = (2n)²/n² = 4. Nach zwei Verdopplungsperioden ist auch die jeweilige technische Größe viermal so groß: bei Moore nach 36, bei Gilder nach 12 Monaten – jeweils nur unter den genannten Modellannahmen.
4. Vier zentrale Treiber und KI als Querschnittstreiber¶
| Treiber | Erklärung | Wichtiges Beispiel |
|---|---|---|
| Daten | Speicherung, Verarbeitung und Analyse großer Datenbestände; Daten als Produktionsfaktor. | Datenbasierte Entscheidungen und Plattformen. |
| Vernetzung | Technische, wirtschaftliche und soziale Verbindung von Akteuren und Dingen. | Internet of Things (IoT). |
| Mobilität | Orts- und zeitunabhängiger Zugang zu Diensten und Informationen. | Smartphones, Cloud-Zugriff, mobiles Arbeiten. |
| Miniaturisierung | Leistungsfähige Technik in kleinen, mobilen Geräten. | Smartphone, Sensoren, Wearables. |
| Künstliche Intelligenz (KI) | Querschnittstechnologie zur Mustererkennung, Vorhersage und Automatisierung. | Empfehlungen, Analyse, Assistenzsysteme. |
Einordnung (Folien 14 und 22): Daten, Vernetzung, Mobilität und Miniaturisierung sind die vier zentralen Treiber. KI/GenKI wirkt übergreifend und verbindet sie: Daten dienen dem Training und der Inferenz, Vernetzung stellt Cloud-Infrastruktur und API-Zugang bereit, Mobilität bringt KI-Assistenten ans Endgerät, Miniaturisierung ermöglicht NPUs und KI-Chips.
Daten und digitale Geschäftsmodelle¶
Daten sind ein immaterieller wirtschaftlicher Produktionsfaktor. Sie können mehrfach genutzt werden, ohne sich wie materielle Güter abzunutzen. Ihr Nutzen verändert sich durch Speichern, Verarbeiten, Kombinieren und Weitergeben; gleichzeitig bestehen Risiken wie Missbrauch.
Historische Plattformbeispiele auf Folie 16 (Beleg von 2015): Alibaba, Facebook, Uber, Airbnb. Deren zentrale Leistung besteht wesentlich im digitalen Vermitteln und Vernetzen, nicht zwingend im Besitz aller vermittelten physischen Ressourcen.
Vernetzung umfasst mehr als Computer: Unternehmen, Menschen und physische Gegenstände können über das IoT Daten austauschen. Cloud Computing ermöglicht Dienste und Datenzugriff über Netze. Consumerization bedeutet, dass privat vertraute Technologien und Nutzungserwartungen die betriebliche IT prägen.
KI als Querschnittstreiber (Folie 22): Sie übernimmt auch nicht-routinehafte, kreative und analytische Tätigkeiten, etwa Texte verfassen, Bilder erzeugen, Muster erkennen und Entscheidungen unterstützen. Dies erweitert die Übernahme menschlicher Geistesarbeit im zweiten Maschinenzeitalter.
Zahlen und Grafiken richtig lesen (Folien 20–21)¶
Die Gerätegrafik auf Folie 20 zeigt Absatzzahlen in Millionen Stück, nicht Rechenleistung oder Chipgröße. Sie illustriert die Verbreitung mobiler Geräte; der Balken für 2023 ist eine Prognose. Daneben nennt die Folie als Vergleich für 2025 rund 1,25 Mrd. Smartphones, 285 Mio. PCs und 152 Mio. Tablets. Absatz und Miniaturisierung sind unterschiedliche Größen.
Die KI-Grafik unterscheidet tatsächlichen Einsatz, Planung/Diskussion und kein Thema:
| Angabe auf Folie 21 | Einsatz | Geplant/diskutiert | Kein Thema |
|---|---|---|---|
| Grafik, 2025 | 36 % | 47 % | 17 % |
| Separater Hinweis, September 2026 (n = 603) | 57 % | 38 % | 4 % |
Aussage: KI gewinnt in der Darstellung an Bedeutung; geplante Nutzung ist noch kein Einsatz. Grafik und ergänzter Hinweis haben unterschiedliche Bezugsstände. Die Werte des Hinweises ergeben 99 %; die Folie erklärt die Differenz nicht. Diese Angaben werden als Stand der Kursquelle wiedergegeben, nicht als neu erhobene Statistik.
5. Veränderungen für Mensch und Gesellschaft¶
Rollen, Veränderungsgeschwindigkeit und Schutzinteressen¶
Mensch (Folien 23–24): Beruf, Privatleben und Öffentlichkeit überlagern sich. Homeoffice zeigt, dass berufliche Tätigkeit auch im privaten Umfeld jederzeit möglich wird. Der Cartoon auf Folie 24 illustriert, dass die tatsächliche Identität im Internet verborgen bleiben kann.
Gesellschaft (Folie 25): Die schematische Grafik ordnet technologische Veränderungen als besonders schnell ein; soziale, wirtschaftliche und politische Veränderungen folgen langsamer. Die Achsen heißen Zeit und Veränderung, ohne numerische Skala. Es ist eine qualitative Aussage über unterschiedliche Anpassungsgeschwindigkeiten.
Die Vorlesung nennt folgende Schutz- und Gestaltungsfragen:
- Privatsphäre und Datenschutz, insbesondere Speicherung und Nutzung personenbezogener Daten sowie Vorratsdatenspeicherung;
- informationelle Selbstbestimmung;
- Netzneutralität;
- Schutz von geistigem Eigentum und Geschäftsgeheimnissen, Urheberrecht und Patentschutz.
Digitale Souveränität und europäische Gestaltung (Folie 26)¶
Digitale Souveränität lässt sich hier als selbstbestimmter Umgang mit digitalen Technologien und Daten verstehen. Die Grafik ordnet die Gestaltung Europas drei Zielen zu: Technologie im Dienst der Menschen, faire und wettbewerbsfähige Wirtschaft, offene, demokratische und nachhaltige Gesellschaft. Die DSGVO ist als übergreifendes Element eingezeichnet.
| Instrument in der Grafik | Zugeordnetes Ziel laut Folie |
|---|---|
| AI Act | Vertrauenswürdige KI-Systeme |
| Digital Service Act (Bezeichnung der Folie) | Sicheres Online-Umfeld und Schutz der Grundrechte im digitalen Raum |
| Digital Markets Act | Gleiche Wettbewerbsbedingungen für digitale Unternehmen |
| Data Governance Act | Vertrauen in Datenteilung und bessere Datenverfügbarkeit |
| Data Act | Klare Regeln für Datenzugang und Datennutzung |
Quellenhinweis: Die Abkürzungen im Original sind teilweise inkonsistent: „Digital Service Act (DGA)“, „Data Governance Act (DA)“ und „Data Act (DA)“. Deshalb werden hier die ausgeschriebenen Namen verwendet. Die Tabelle erläutert die Grafik; sie ist keine Prüfung des aktuellen Rechtsstands.
Cyberkriminalität unterscheiden (Folie 27)¶
| Begriff | Kennzeichen im Schaubild |
|---|---|
| Underground Economy | Handel mit illegalen Waren sowie gestohlenen Daten; Cybercrime-as-a-Service |
| Phishing | Abgreifen von Zugangsdaten und Einschleusen von Schadsoftware |
| Malware | Schadsoftware zum Ausspähen, Zugriff auf sensible Systeme oder Zerstören von Systemen/Daten |
| Ransomware | Verschlüsselung mit Lösegeldforderung; zusätzlich Datendiebstahl als weiteres Druckmittel („Double Extortion“) |
| Distributed Denial of Service (DDoS) | Gezielte Überlastung eines Systems durch Angriffe |
Betroffene Bereiche: Bei der Gesellschaft nennt die Grafik Identitätsdiebstahl, Sextortion und Phishing. Für Wirtschaft sowie Staat/Verwaltung stehen Ransomware, Schwachstellen und offene bzw. falsch konfigurierte Online-Server im Vordergrund; bei Unternehmen zusätzlich Abhängigkeiten in IT-Lieferketten. Die Zuordnung zeigt Schwerpunkte, keine exklusiven Betroffenheiten.
Prüfungslogik: Technologie verändert nicht nur Geräte, sondern auch Rollen, Organisation und Schutzinteressen. Risiken anhand ihrer Wirkungsweise unterscheiden, nicht nur Begriffe aufzählen.
6. Digitalisierung und digitale Transformation¶
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Digitalisierung | Folie 29 verwendet den Begriff breit: Veränderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen durch verstärkte Nutzung digitaler Technologien und Übertragung vormals manueller Aufgaben auf Computer. |
| Digitale Transformation | Weitergehender Veränderungsprozess von Geschäftsprozessen, Organisation, Wertschöpfung, Kundeninteraktionen und Geschäftsmodellen durch digitale Technologien. |
Eigene Veranschaulichung: Ein Papierformular digital zu erfassen ist ein einfacher Digitalisierungsfall; den gesamten Service samt Abläufen, Zuständigkeiten und Geschäftsmodell neu zu gestalten illustriert Transformation. Nicht zu eng definieren: Digitalisierung bedeutet in dieser Vorlesung mehr als analog → digital. Die Begriffe überlappen; Transformation betont den damit verbundenen umfassenden Wandel von Unternehmen, Branchen, Gesellschaft und Arbeitsmodellen.
Zwei Ebenen der digitalen Transformation nach Hess (Folie 31): 1. Management des Transformationsprozesses: Wie der Wandel geplant, organisiert und gesteuert wird. 2. Digitale Transformation in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens: Welche Produkte, Prozesse, Strukturen und Geschäftsmodelle konkret verändert werden.
Zusammenhang: Das Management des Prozesses steuert die Veränderungen in den Unternehmensbereichen. Die Grafik trennt somit Steuerung und Umsetzung, nicht Unternehmen und Gesellschaft.
Drei Managementaufgabenbereiche (nach Hess, Folie 32)¶
| Bereich | Prüfungsrelevante Aufgaben |
|---|---|
| Transformationsstrategie und -strukturen | Ideen aufnehmen; Schnittstellen zu anderen Strategien festlegen; Strategie dokumentieren und kommunizieren; Rollen verteilen (z. B. CEO/CDO/CIO). |
| Wertschöpfungsstrukturen verändern | Produkte und Kundenschnittstellen digitalisieren; Geschäftsprozesse verändern; Geschäftsmodelle anpassen. |
| Voraussetzungen schaffen | IT-Landschaft vorbereiten; innovationsfördernde Strukturen schaffen; Kultur verändern; Kompetenzen entwickeln. |
Merke: Transformation ist eine Managementaufgabe und darf nicht ausschließlich an die IT-Abteilung delegiert werden (Folie 30).
Wie digitale Innovation entsteht (Folien 13 und 33)¶
Neue fachliche Anforderungen und neue Technologien können beide Innovationen anstoßen. Zwischen fachlicher und technischer Lösung bestehen Rückkopplungen:
flowchart TB
A["Neue fachliche Anforderung"] --> F["Innovative fachliche Lösung"]
T["Neue Technologie"] --> L["Innovative technische Lösung"]
F -->|"Anforderungen"| L
L -->|"Optionen"| F
Technology Push betont den Anstoß durch neue Technologie. Die Grafik zeigt zugleich: Technische Optionen ermöglichen neue fachliche Lösungen, deren Anforderungen wiederum die Technik beeinflussen.
Fünf Stufen der digitalen Transformation (nach Hess)¶
Eigene schematische Neuzeichnung nach Hess, Folie 35. Beide Achsen sind qualitativ, ohne messbare Abstände.
- Veränderungen im lokalen Anwendungsbereich
- Unternehmensweite Integration
- Reorganisation von Kernprozessen
- Veränderung von Arbeitsteilung und Zusammenarbeit
- Neudefinition des Produkt- und Leistungsprogramms
Interpretation: Mit der höheren Einordnung steigen in der Grafik Reichweite (vertikal) und Potential (horizontal). Aus einer lokalen Anwendung wird nicht automatisch eine neue Unternehmensleistung. Die Grafik ist kein Zeitplan und belegt nicht, dass jedes Unternehmen alle Stufen zwingend nacheinander durchlaufen muss.
Vertiefung: Beispiel Netflix¶
Netflix (Folie 34) startete 1997 als Online-Videothek mit physischem Versand; 2007 begann das Streaming-Angebot. Dadurch änderten sich Leistungsangebot, Vertrieb und Wertschöpfung. Die Folie nennt außerdem die Nutzung von Kundendaten für Empfehlungen und Customer Experience sowie KI zur Analyse von Netzkapazitäten und vorhersehbaren Engpässen. Der Lernpunkt ist die Verbindung von Geschäftsmodellwandel und datenbasierter Leistung; zeitabhängige Aussagen werden als Kursbeispiel gelesen.
Prüfungstypische Unterscheidungen¶
| Verwechslungsgefahr | Richtige Unterscheidung |
|---|---|
| Daten / Informationen | Informationen = Daten mit Bedeutung im Kontext. |
| Anwendungs- / Informationssystem | Technisches System / umfassendes sozio-technisches System. |
| Digitalisierung / digitale Transformation | Breiter technologiebedingter Wandel / Betonung seiner umfassenden organisatorischen und wirtschaftlichen Folgen; keine starre Trennung. |
| Moore / Gilder / Metcalfe | Rechenleistung / Bandbreite / Netzwerkwert. |
| Mobilität / Miniaturisierung | Ortsunabhängige Nutzung / physisch kleinere Technik. |
| KI / IoT | Intelligente Datenverarbeitung / Vernetzung von Gegenständen. |
Last-Minute-Wiederholung¶
Auswendig können:
- WI: Ressource Information, sozio-technische Informationssysteme.
- Daten → Informationen durch Interpretation und Kontext.
- Erstes → zweites Maschinenzeitalter: Muskelkraft → zunehmend Geisteskraft.
- Moore ~18 Monate, Gilder ~6 Monate, Metcalfe: W ∝ n² (Faustregeln).
- Vier zentrale Treiber: Daten, Vernetzung, Mobilität, Miniaturisierung; KI/GenKI als Querschnittstreiber.
- Daten: immateriell, mehrfach verwendbar, wertschaffend, missbrauchsgefährdet.
- Gesellschaft: Entgrenzung, unterschiedliche Veränderungsgeschwindigkeiten, Datenschutz, digitale Souveränität; Phishing, Malware, Ransomware, DDoS unterscheiden.
- Digitalisierung im Kurs breit definieren; Transformation betont den umfassenden Wandel.
- Hess: Transformationsprozess managen → Veränderungen in Unternehmensbereichen steuern; Aufgabenfelder Strategie/Strukturen – Wertschöpfung – Voraussetzungen.
- Fünf Transformationsstufen nennen; Potential und Reichweite erklären, nicht als Zeitplan missverstehen.
- Netflix als Geschäftsmodell- und Leistungswandel erklären.
Quellen: T1-Vorlesungsfolien „Digitales Zeitalter und Digitale Transformation“ (36 PDF-Seiten); wichtige Grafiken Folien 11, 26, 31, 32 und 35. Die Original-PDF liegt im privaten Fachordner pdf/; sie wird nicht auf die Website kopiert.